Projekt: Publikation: Kriegsbriefe der Ella Neuß, erschienen 2004
Zum Buchinhalt:
Die Familie Neuß ist in Halle keine unbekannte, vor allem Erich Neuß (1899-1982), Landes- und Regionalhistoriker, langjähriger Stadtarchivdirektor, Dozent und Professor für Landesgeschichte am Institut für deutsche Geschichte der hallischen Universität und seine Tochter Elisabeth, selbst auf dem Gebiet der stadt- und landesgeschichtlichen Forschung tätig, haben dazu beigetragen.
Ella Neuß schrieb hunderte Briefe zwischen 1940 und 1945 an ihren Mann Erich, der im Februar 1940 zur Wehrmacht eingezogen an verschiedenen Einsatzorten der West- und Ostfront als Offizier in einem Stab und später im Fronteinsatz diente.
Feldpostbriefe, während des Krieges millionenfach versandt, konnten scheinbar die geographische und soziale Trennung, wenn auch nur zeitweise, durch komprimierte Informationen aus der Heimat und vom Frontkampf aufheben.
Wie konnte eine Frau, sich und vier Kinder unter zunehmend schwieriger werdenden Lebensverhältnissen, bestimmt durch die Wirkungen der Kriegswirtschaft, allein durchbringen? Welche Strategien und Lösungen entwickelte sie, um den Alltag ihrer Familie in der Kriegsgesellschaft zu organisieren und zu sichern, ohne dabei ihre Lebensfreude zu verlieren, sich für Kultur und Landschaft, das hallische Stadtleben, für Bücher und Philosophie zu interessieren?
Wir (die Volkskundliche Kommission für Sachsen-Anhalt e.V.) denken, dass das vorliegende Buch eine Antwort geben kann und gleichzeitig einen Beitrag zur hallischen Stadtgeschichte darstellt.
Projekt: Publikation: Andrea Hauser: Halle wird Großstadt, erschienen 2006
Zum Buchinhalt:
Der Wandel war gewaltig: Innerhalb nur weniger Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts wurde aus der mittleren Provinz- und Universitätsstadt Halle an der Saale eine industrielle Großstadt. Die Kulturwissenschaftlerin Andrea Hauser betrachtet diese Umbrüche und fragt, wie die Menschen sie erfuhren und gestaltet haben. Wie veränderten Abriss, Umbau und Neubau die gebaute Struktur und Wahrnehmung der Stadt? Welche neuen \ rief das Großstadtleben hervor? Wie positionierten sich Männer und Frauen in diesem Prozess?
Zentrale Ereignisse wie die Gewerbe- und Industrieausstellung 1881 zu Halle a. S., der Besuch des Kaiserpaars 1903 und der Schaufensterwettbewerb 1910 werden beleuchtet. Die Leitideen des Stadtumbaus und seine Planer, die Wohnverhältnisse, die neuen Orte des Konsums und die Aktivitäten der Frauenbewegung der Zeit werden vorgestellt. Dabei wird das Wechselspiel zwischen der "äußeren" materiellen Urbanisierung und den veränderten Verhaltensweisen und Mentalitäten untersucht. Wie gestaltete sich die Moderne als neue Erfahrung von Raum, Zeit und Bewegung und welche 'Wunsch- und Ordnungsbilder bestimmten den Wandel zur Großstadt im deutschen Kaiserreich?
Veranstaltung:
Tagung gemeinsam mit der Volkskundlichen Kommission für Thüringen
am 8. November 2008 auf Schloß Dornburg