Fotogalerie: Heinrich Heidersberger




Nach Jahren eines Bohemelebens als Künstler und Fotograf kehrte der ehemalige Architekturstudent 1936 nach Berlin zurück: Heinrich Heidersberger, geboren am 10. Juni 1906, wollte seinen deutschen Paß nicht verlieren. Doch auch im Deutschland des Hitler-Regimes fand er schnell seine Nische: Er fotografierte die Architektur von Herbert Rimpl, also des Architekten, der in der Nazizeit am klarsten die Tradition der Moderne aus den zwanziger Jahren fortführen konnte. Mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg begann auch für Heidersberger seine große Zeit: Wo immer man heute Gebäude der „Braunschweiger Schule", also der Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer, Dieter Oesterlen oder Walter Henn aus den fünfziger oder sechziger Jahren publiziert sieht, kann man sicher sein, auf Heidersberger-Fotos zu stoßen. Ein dramatisch dunkler Himmel, eine Bildkomposition im Sinne der Bauhaus-Moderne und gestochene Schärfe selbst bei extremen Ausschnittsvergrößerungen sind die Markenzeichen dieses Fotografen. Zu seinen berühmtesten Aufnahmen zählen das Abbild der Wolfsburger VW-Werke mit den surrealistisch verwischten Rauchfahnen und das Braunschweiger Gaußberg-Bild, auf dem Bauten aus drei Epochen mit dem Teleobjektiv auf unerwartete Weise zusammengeführt werden.
Heidersberger ist im Alter von weit über 90 Jahren bis heute aktiv; so erschien zum Beispiel im Jahre 1996 ein Architekturführer seines Wohnortes Wolfsburg, zu dem er sämtliche Aufnahmen beisteuerte. Die Chronologie aus sechs Jahrzehnten:

Herbert Rimpl
Dieter Oesterlen
Walter Henn
Friedrich Wilhelm Kraemer
Alvar Aalto
Rüdiger Henschker
Arno Bayer
Helmut Schulitz
Lindemann & Thamm
Schweger & Partner